1.2 Übung: Reflexion ambiguitiver Situationen
Abschlussbedingungen

Für die folgende Übung benötigst du:
- Zettel & Stift
- 10-15 Minuten Zeit
- Theoretisches Wissen der vorherigen Lektion
Stell dir vor, du befindest dich in einer Situation, die von Unsicherheit und Mehrdeutigkeit geprägt ist – sei es im Studium, im privaten Umfeld oder in deinem zukünftigen Beruf. Deine Aufgabe ist es, eine ambiguitive Situation aus deiner Vergangenheit zu wählen und diese intensiv zu reflektieren.
- Auswahl der Situation:
Wähle eine konkrete Situation, in der du mit Ambiguität konfrontiert warst. Es könnte sich um eine komplexe Aufgabe in einem Projekt, eine unklare Studiensituation oder eine persönliche Herausforderung handeln. - Auslöser und Gedanken:
Welche Gedanken hattest du in dieser Situation? Was in der Situation hat diese Gedanken ausgelöst? Beschreibe diese Auslöser. Was war für dich neu, komplex und vermeintlich unlösbar? Welche sich gegenseitig ausschließende Ziele gab es in dieser Situation? - Gefühle und Emotionen:
Reflektiere, welche Gefühle und Emotionen in dieser Situation bei dir hochkamen. Warst du frustriert, motiviert, unsicher oder vielleicht sogar aufgeregt? Wie haben diese Emotionen deine Wahrnehmung beeinflusst? - Handlungen und Entscheidungen:
Denke darüber nach, welche Schritte du unternommen hast, um mit der Ambiguität umzugehen. Welche Entscheidungen hast du getroffen? Welche Handlungen hast du ergriffen? Gab es Konsequenzen, die sich daraus ergaben? - Heutige Perspektive:
Betrachte die gleiche Situation aus der heutigen Perspektive. Wie würdest du heute damit umgehen? Welche Erfahrungen und Fähigkeiten hast du seitdem entwickelt, die dir helfen würden, besser mit Ambiguität umzugehen?
Beispiel 1: Die erste Projektarbeit
Zu 1: Auswahl der Situation:Während deines Studiums wurdest du Teil eines interdisziplinären Projekts, bei dem die Anforderungen und Ziele nicht von Anfang an klar waren. Du musstest gemeinsam mit Kommilitonen aus verschiedenen Fachrichtungen an einer Lösung arbeiten.
Zu 2: Auslöser und Gedanken:
Dein erster Gedanke war: “Wie soll das überhaupt funktionieren?”, als es darum ging, Rollen im Team zu verteilen. Die mangelnde Klarheit bezüglich der Projektziele und die Vielfalt der beteiligten Fachbereiche machten die Situation ambiguitätsreich. Zum einen gab es das Ziel, die beste Lösung für die Kundengruppe zu erreichen. Zum anderen musste man sich an die zur Verfügung gestellten Modelle halten, die für diese Kundengruppe nicht ideal und nicht realitätsnah waren. Zudem hast du diese Modelle noch nie in der Praxis angewendet und auch dein theoretisches Wissen ist nicht in der Tiefe vorhanden.
Zu 3: Gefühle und Emotionen:
In dieser Situation fühltest du dich frustriert und unsicher. Die verschiedenen Blickwinkel der Teammitglieder führten zu Konflikten, die deine Frustration verstärkten. Die Unsicherheit über den Projektverlauf erzeugte Stress und eine gewisse Skepsis gegenüber den Ideen der anderen.
Zu 4: Handlungen und Entscheidungen:
Um mit der Ambiguität umzugehen, hast du aktiv nach klärenden Gesprächen gesucht. Du hast versucht, die Perspektiven der Teammitglieder zu verstehen und eine gemeinsame Vision zu entwickeln. Dies führte zu offeneren Kommunikationskanälen und einem klareren Verständnis der Projektanforderungen.
Zu 5: Heutige Perspektive:
Heute erkennst du, dass diese Erfahrung einen Beitrag zu deiner Ambiguitätskompetenz geleistet hat. Du würdest die Unsicherheit als eine Gelegenheit sehen, kreativere Lösungen zu finden. Durch die Kommunikation und Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Perspektiven kannst du besser mit ambiguitätsreichen Situationen umgehen.
In deiner beruflichen Laufbahn warst du Teil eines Teams, das eine strategische Neuausrichtung für das Unternehmen umsetzen sollte. Die übergeordneten Ziele waren klar, aber die Umsetzung und die damit verbundenen Veränderungen im Team waren mehrdeutig.
Zu 2: Auslöser und Gedanken:
Die Unsicherheit über die konkreten Schritte und Veränderungen im Zuge der strategischen Neuausrichtung schuf eine ambiguitätsreiche Situation. Du hattest Gedanken darüber, wie die Veränderungen das Team und die tägliche Arbeit beeinflussen würden, aber klare Informationen fehlten.
Zu 3: Gefühle und Emotionen:
Du empfandest in dieser Situation eine Mischung aus Aufregung und Unsicherheit. Die Aussicht auf Veränderungen erzeugte bei dir auch Stress und die Sorge, wie sich die Veränderungen auf die Effektivität des Teams auswirken könnten.
Zu 4: Handlungen und Entscheidungen:
Um mit der Ambiguität umzugehen, hast du proaktiv nach Informationen gesucht und aktiv am Kommunikationsprozess teilgenommen. Du hast versucht, Klarheit über die bevorstehenden Veränderungen zu schaffen und das Team auf die Herausforderungen vorzubereiten.
zu 5: Heutige Perspektive:
Heute erkennst du den Wert dieser Erfahrung für deine Ambiguitätskompetenz. Du würdest solche Situationen jetzt als Chancen für persönliches und berufliches Wachstum sehen. Die Bereitschaft, in unsicheren Zeiten Verantwortung zu übernehmen, ist ein integraler Bestandteil deiner heutigen Herangehensweise an ambiguitätsreiche Herausforderungen im Berufsleben.
In dieser Situation fühltest du dich frustriert und unsicher. Die verschiedenen Blickwinkel der Teammitglieder führten zu Konflikten, die deine Frustration verstärkten. Die Unsicherheit über den Projektverlauf erzeugte Stress und eine gewisse Skepsis gegenüber den Ideen der anderen.
Zu 4: Handlungen und Entscheidungen:
Um mit der Ambiguität umzugehen, hast du aktiv nach klärenden Gesprächen gesucht. Du hast versucht, die Perspektiven der Teammitglieder zu verstehen und eine gemeinsame Vision zu entwickeln. Dies führte zu offeneren Kommunikationskanälen und einem klareren Verständnis der Projektanforderungen.
Zu 5: Heutige Perspektive:
Heute erkennst du, dass diese Erfahrung einen Beitrag zu deiner Ambiguitätskompetenz geleistet hat. Du würdest die Unsicherheit als eine Gelegenheit sehen, kreativere Lösungen zu finden. Durch die Kommunikation und Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Perspektiven kannst du besser mit ambiguitätsreichen Situationen umgehen.
Beispiel 2: Ein komplexes Projekt im Berufskontext:
Zu 1: Auswahl der Situation:In deiner beruflichen Laufbahn warst du Teil eines Teams, das eine strategische Neuausrichtung für das Unternehmen umsetzen sollte. Die übergeordneten Ziele waren klar, aber die Umsetzung und die damit verbundenen Veränderungen im Team waren mehrdeutig.
Zu 2: Auslöser und Gedanken:
Die Unsicherheit über die konkreten Schritte und Veränderungen im Zuge der strategischen Neuausrichtung schuf eine ambiguitätsreiche Situation. Du hattest Gedanken darüber, wie die Veränderungen das Team und die tägliche Arbeit beeinflussen würden, aber klare Informationen fehlten.
Zu 3: Gefühle und Emotionen:
Du empfandest in dieser Situation eine Mischung aus Aufregung und Unsicherheit. Die Aussicht auf Veränderungen erzeugte bei dir auch Stress und die Sorge, wie sich die Veränderungen auf die Effektivität des Teams auswirken könnten.
Zu 4: Handlungen und Entscheidungen:
Um mit der Ambiguität umzugehen, hast du proaktiv nach Informationen gesucht und aktiv am Kommunikationsprozess teilgenommen. Du hast versucht, Klarheit über die bevorstehenden Veränderungen zu schaffen und das Team auf die Herausforderungen vorzubereiten.
zu 5: Heutige Perspektive:
Heute erkennst du den Wert dieser Erfahrung für deine Ambiguitätskompetenz. Du würdest solche Situationen jetzt als Chancen für persönliches und berufliches Wachstum sehen. Die Bereitschaft, in unsicheren Zeiten Verantwortung zu übernehmen, ist ein integraler Bestandteil deiner heutigen Herangehensweise an ambiguitätsreiche Herausforderungen im Berufsleben.
Überlege dir…
…wie du die Erkenntnisse der Übung in deinem Alltag integrieren kannst? Worauf möchtest du in Zukunft mehr achten? Notiere es dir auf einen kleinen Zettel und hänge ihn sichtbar auf, beispielsweise am Spiegel oder Kleiderschrank.
Tipp:
Nimm dir deine eben beschriebene Situation in den kommenden Lektionen des Kurses immer wieder zur Hand, um Stück für Stück ein besseres Bewusstsein für den Umgang mit solchen mehrdeutigen Situationen zu entwickeln.
Zuletzt geändert: Mittwoch, 24. Januar 2024, 15:24