Bis jetzt haben wir gelernt, wie wir die Zukunft gestalten können. Aber welche Zukunft möchten wir überhaupt? Der Erziehungswissenschaftler Gerhard de Haan meint, eine gute Zukunft bedeutet, das gute Leben für alle. Aber wie finden wir heraus, was das Beste für alle ist? So einfach ist das nicht und schon Aristoteles hat sich den Kopf darüber zerbrochen. Mit der Bildung für nachhaltige Entwicklung und der darin verankterten Gestaltungskompetenz können wir diesem Ziel aber näher kommen.

Quelle: https://www.youtube-nocookie.com/embed/UpLzjyWQ32s?si=zeIkKv5sOO3feC16

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist ein Konzept, das Menschen dazu befähigt, zukunftsfähig zu denken und zu handeln. Es ermöglicht jeder Person, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und verantwortungsvolle, nachhaltige Entscheidungen zu treffen.

BNE steht für eine Bildung, die Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt, die für die Förderung und Umsetzung von nachhaltiger Entwicklung notwendig sind. Es geht darum, die Menschen dazu zu befähigen, die Zukunft in einer globalisierten Welt aktiv, eigenverantwortlich und verantwortungsbewusst zu gestalten.

Die Umsetzung der UNESCO-Programme für BNE, aktuell des Weltprogramms “BNE 2030”, werden in Deutschland seit 2015 federführend vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) koordiniert. Durch BNE kann jede Person erkennen: 
Mein Handeln hat Konsequenzen – nicht nur für mich und mein Umfeld, sondern auch für andere. Ich kann dazu beitragen, die Welt ein Stück weit zu verbessern”. 
Auf dieser Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) findet ihr ein einführendes Video, sowie weiterführende Informationen zu diesem Thema. 
Auf dem Portal BNE erzählen euch verschiedenste Personen der Öffentlichkeit, was BNE für sie bedeutet. Hier zum Beispiel der Youtuber und Content-Creator Robin Blase: Link

Ein zentrales Konzept in der BNE ist die Gestaltungskompetenz, die in den 2000er-Jahren maßgeblich von dem Erziehungswissenschaftler Gerhard de Haan, den wir oben bereits gesehen haben, geprägt wurde. Es bezeichnet die Fähigkeit, Wissen über nachhaltige Entwicklung anzuwenden und Probleme nicht nachhaltiger Entwicklung zu erkennen.

Laut de Haan besteht die Gestaltungskompetenz aus zwölf Teilkompetenzen:

  1. Weltoffen und neue Perspektiven integrierend Wissen aufbauen.
  2. Vorausschauend Entwicklungen analysieren und beurteilen können.
  3. Interdisziplinär Erkenntnisse gewinnen und handeln.
  4. Risiken, Gefahren und Unsicherheiten erkennen und abwägen können.
  5. Gemeinsam mit anderen planen und handeln können.
  6. An Entscheidungsprozessen partizipieren können.
  7. Sich und andere motivieren können, aktiv zu werden.
  8. Zielkonflikte bei der Reflexion über Handlungsstrategien berücksichtigen können.
  9. Die eigenen Leitbilder und die anderer reflektieren können.
  10. Vorstellungen von Gerechtigkeit als Entscheidungs- und Handlungsgrundlage nutzen können.
  11. Selbstständig planen und handeln können.
  12. Empathie für andere zeigen können.

Nutzt sie gern als Checkliste und hängt sie an den Kühlschrank, um euch zu erinnern, was ihr noch braucht, um die Zukunft zu gestalten.

Das Projekt, in dem die Gestaltungskompetenz angewendet und wissenschaftlich überwacht wurde, nannte sich Transfer 21. Auf der Website des Projektes werden alle Teilkompetenzen der Gestaltungskompetenz ausführlich erklärt.

Diese Kompetenzen sollen den Lernenden helfen, aus Gegenwartsanalysen und Zukunftsstudien Schlussfolgerungen über ökologische, ökonomische und soziale Entwicklungen in ihrer wechselseitigen Abhängigkeit zu ziehen. Auf dieser Grundlage sollen sie Entscheidungen treffen, verstehen und umsetzen können, mit denen sich nachhaltige Entwicklungsprozesse verwirklichen lassen.

Wie setze ich diese Entwicklungsprozesse aber jetzt in Gang? Ein Konzept für die Reflektion des nachhaltigen Verhaltens ist der ökologische Fußabdruck. Die Herausforderung, die sich hierbei stellt, ist, dass sich dieses Konzept auf das individuelle Verhalten bezieht. Und das wiederum wird oft durch gesellschaftliche Rahmenbedingungen in Hinblick auf Nachhaltigkeit erschwert. So ist nachhaltig Handeln meist komplizierter, teurer oder durch Phänomene wie Greenwashing für Verbraucher*innen schlecht fassbar. Um diesen Verdruss oder die Ohnmächtigkeit zu verringern, zielt das Konzept des Handabdrucks der NGO Germanwatch auf die Ebene der politischen Rahmenbedingungen ab. Ziel des Handabdrucks ist es, Ideen zu liefern, die Einzelpersonen eine politische Teilhabe ermöglichen. Dies kann beispielsweise durch die Vernetzung an Schulen, der Arbeit oder auch dem eigenen Kiez stattfinden. 

Was der Handabdruck ist und wie ihr mit ihm in das Handeln übergehen könnt, erfahrt ihr in diesem Video noch einmal von der Organistation selbst:

Quelle: https://www.youtube-nocookie.com/embed/DDk3In6KHsc?si=O0fYTdxZzcmdshWH

Und wie ihr selbst zu Initiator*innen von solchen Projekten werden könnt, erfahrt ihr, indem ihr euch durch den Handel-O-Mat von Germanwatch klickt!

Inspiration für Ziele der Nachhaltigen Entwicklung könnt ihr euch bei der Agenda 2030 holen. Dieses Positionspapier formuliert Ziele der bereits genannten UNESCO-Programms. Link

Smart-Action: Macher*innen 💪

Nehmt euch Stift und Papier und 5 Minuten Zeit und überlegt mit Hilfe der Agenda 2030, wie ihr eure Gestaltungskompetenz für ein besseres Leben für alle nutzen könnt. Legt dabei den besonderen Fokus auf die Partizipation indem ihr mit Kolleg*innen oder Freund*innen sprecht.

Quellen und Literatur

Einzelne Quellen sparen wir uns an dieser Stelle, da das BMBF eine wunderbare, vollumfängliche Online-Bibliographie zum Thema BNE bereitstellt: klick mich

Einen Vorschlag, wie ihr unmittelbar etwas verbessern könnt und dabei gleichzeitig etwas lernt, geben wir euch auf der nächsten Seite.

Last modified: Wednesday, 31 January 2024, 5:24 PM