Lösung

Formalia: 4-hebiger Jambus, Kreuzreim, vier Strophen à vier Verse

Wirkung: alternierender Versfuß besonders harmonisch, vorhersehbar, ausgeglichen, ruhig, beruhigend

Thema: Suchen nach Erfüllung in der Ferne misslingt, Erkenntnis reift, dass das Glück zuhause, in der Heimat, liegt

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Heimat (Theodor Fontane)

Ich bin hinauf, hinab gezogen
Und suchte Glück und sucht' es weit,
Es hat mein Suchen mich betrogen,
Und was ich fand, war Einsamkeit.

Das lyrische Ich erläutert die Motivation seiner Suche und die Enttäuschung.

Metapher, Hyperbel "hinauf, hinab gezogen" --> betont die Anstrengungen

suchen: aktiver Wunsch; das weite Suchen: Adverb zeigt den großen Raum an, der bereist wurde

Metapher/Personifikation "Suchen mich betrogen": Enttäuschung, Zerschlagen der eigenen Erwartungen

Gegensatz zum Glück, Personifikation der Einsamkeit hat verstärkende Wirkung

Wiederholung des Verbs "suchen" betont Nachdrücklichkeit

 

 

Ich hörte, wie das Leben lärmte,
Ich sah sein tausendfarbig Licht,
Es war kein Licht, das mich erwärmte,
Und echtes Leben war es nicht.

 

Das lyrische Ich beschreibt die Ausgangssituation näher, es thematisiert die negative Wahrnehmung seiner Umgebung, die als Anlass der Suche nach Glück zu verstehen ist.

Personifikation, Ausdruck der negativen (lärmenden) Wahrnehmung der

Lebensumstände fernab der Heimat, tausendfarbig: Hyperbel, verdeutlicht die zahlreichen Erfahrungen/ Variationen des Lebens

Metapher betont die mangelnde emotionale Komponente abseits der Heimat

Adjektiv „echt“ verstärkt diesen emotionalen Aspekt: Das Bekannte, Vertraute wird gegenüber der künstlichen Ferne aufgewertet.

Personalpronomen "Ich" verdeutlicht die persönliche Wahrnehmung

 

 

Und endlich bin ich heimgegangen
Zu alter Stell' und alter Lieb',
Und von mir ab fiel das Verlangen,
Das einst mich in die Ferne trieb.

 

Das lyrische Ich zeigt die Konsequenzen aus seinen Erfahrungen auf: Es bricht die Reise ab und erlebt in der Rückkehr nach Hause einen Bewusstseinswandel, der mit der Aufwertung der Heimat einhergeht.

Adjektiv "endlich" verdeutlicht die Konsequenz der Erfahrungen aus Strophe 2: Die Enttäuschung führt zu einer Rückbesinnung auf das Bekannte. Dieser Aspekt wird durch das Begriffspaar/die Metapher auf "alte(r) Stell' und alte(r) Lieb'" ausgedrückt.

Die Metapher/Personifikation "ab fiel das Verlangen" verdeutlicht den Bewusstseinswandel, damit ändert sich auch die eigene Zielsetzung.

 

 

Die Welt, die fremde, lohnt mit Kränkung,
Was sich, umwerbend, ihr gesellt;
Das Haus, die Heimat, die Beschränkung,
Die sind das Glück und sind die Welt.

 

Das lyrische Ich formuliert seine bilanzierende Erkenntnis, in der die Heimat gegenüber der Welt deutlich aufgewertet wird. Es formuliert sein Ideal, welches den Rückzug ins Private und die Abkehr von der Außenwelt darstellt.

Personifikation, Abwertung des Fremden, lyrisches Ich formuliert seine Erkenntnis

Das Adjektiv "fremde" steht im Gegensatz zur Welt, welche das lyrische Ich abweist.

Klimax verdeutlicht den neuen Lebensmittelpunkt, die mit dem Glück und der Welt verglichen werden.

Das Paradoxon des Begrenzten, welches die weite Welt darstellt, verstärkt die Aufwertung der Heimat und des Vertrauten.

 

Fontane, Theodor: Heimat. http://www.gedichtsuche.de/gedicht/items/Heimat%20-%20Fontane,%20Theodor.html, 20.03.2020

Last modified: Tuesday, 18 July 2023, 6:13 PM