Das Johari-Fenster…

... ist ein Modell, das von Joseph Luft und Harry Ingham entwickelt wurde und dazu dient, das Selbstverständnis und die zwischenmenschliche Kommunikation zu verbessern. Es gliedert unsere Persönlichkeit und Informationen über uns in vier Quadranten, um die "blinden Flecken" in unserer Selbstwahrnehmung zu reduzieren und die Kommunikation mit anderen zu erleichtern.

Im folgenden Erklärvideo der Pinktum GmbH, eines der bekanntesten Weiterbildungs-Startups Deutschlands, erfährst du alles über den Aufbau des Johari-Fenster. In der nachfolgenden Übung kannst du dann dein ganz eigenes Johari-Fenster erstellen.

Quelle: https://www.youtube-nocookie.com/embed/hPdWrQsy5sI?si=EICvg0U9ZbkrWNPO

Die vier Quadranten des Johari Fensters:

  1. Öffentliche Zone:
    In diesem Quadranten befinden sich Informationen über dich, die sowohl du als auch andere kennen. Das sind die Teile deiner Persönlichkeit und deines Verhaltens, die öffentlich zugänglich sind. Beispielsweise könnten dies deine akademischen Interessen und Hobbys sein, die du mit deinen Kommilitonen und Freunden teilst.
  2. Blinde Zone:
    Hier sind Informationen über dich, die andere kennen, aber du selbst nicht. Das sind Aspekte deiner Persönlichkeit, die du möglicherweise unbewusst zeigst, aber nicht wirklich erkennst. Ein Beispiel könnte sein, wenn deine Kommilitonen bemerken, dass du in stressigen Situationen immer sehr geduldig bleibst, während du dir deiner eigenen Geduld nicht bewusst bist.
  3. Verborgene Zone:
    Dieser Quadrant enthält Informationen über dich, die du kennst, aber absichtlich vor anderen verborgen hältst. Dies könnten persönliche Geheimnisse, Ängste oder Unsicherheiten sein, die du nicht öffentlich teilen möchtest. Zum Beispiel könntest du deinen Kommilitonen nicht erzählen, dass du Schwierigkeiten mit Mathematik hast, weil du dich schämst.
  4. Unbekannte Zone:
    Hier sind Informationen über dich, die weder du noch andere kennen. Dies könnten neue Interessen, Talente oder Persönlichkeitsaspekte sein, die noch nicht entdeckt wurden. Zum Beispiel könntest du herausfinden, dass du ein Talent für das Schreiben von Gedichten hast, nachdem du an einem Kreativworkshop teilgenommen hast.

Beispiel:

Stell dir vor, du arbeitest in einem Teamprojekt an der Universität. Im Rahmen des Projekts gibt es Konflikte und Missverständnisse zwischen den Teammitgliedern. Hier kannst du das Johari-Fenster anwenden:

  • Öffentlicher Bereich: In diesem Bereich könnten Informationen wie Name, Studiengang und Interessen enthalten sein, die allen Teammitgliedern bekannt sind.
  • Blinde Zone: Hier könntest du Feedback von deinen Teammitgliedern erhalten, dass du manchmal zu dominant in den Diskussionen bist, was du selbst nicht bemerkt hast. Dieses Feedback erweitert deine Selbsterkenntnis.
  • Verborgene Zone: In diesem Bereich könnten persönliche Unsicherheiten oder Bedenken über die Teamarbeit existieren, die du den anderen Teammitgliedern bisher nicht offenbart hast.
  • Unbekannte Zone: In diesem Bereich gibt es möglicherweise ungenutzte Fähigkeiten oder Potenziale, die du noch nicht erkannt hast, aber die für das Teamprojekt von Nutzen sein könnten.

Sei ehrlich…

… Modelle können oft sehr abstrakt sein und/ oder vereinfachen die Realität so sehr, dass man nicht weiß, wie und ob sie im Alltag überhaupt anwendbar sind. Wie siehst du das bei diesem Modell? Bringt es dir in deinem Alltag einen Mehrwert oder hast du Kritik an dem Modell? Teile deine Meinung gerne im Forum.

Quellen & Literatur:

    Zuletzt geändert: Dienstag, 23. Januar 2024, 12:59