1.1 Einführung in die Systemkompetenz
Definition von Systemkompetenz und deren Bedeutung im Kontext von Future Organisations
Systemkompetenz bezieht sich auf das Verständnis und die Fähigkeit, komplexe Systeme zu analysieren, zu verstehen
und in diesen zu handeln. Es geht darum, die Vernetzungen und Wechselwirkungen innerhalb eines Systems zu
erkennen und zu berücksichtigen.
In einer zunehmend vernetzten Welt ist Systemkompetenz unerlässlich für die Entwicklung nachhaltiger Lösungen und
die effektive Zusammenarbeit in Organisationen. Organisationen der Zukunft verlangen eine ganzheitliche
Sichtweise, um die komplexen Herausforderungen der modernen Arbeitswelt zu meistern.
Ulf-Daniel Ehlers (Professor für Bildungsmanagement und Lebenslanges Lernen an der DHBW) und sein Team liefern folgende Definition:
"Systemkompetenz als Future Skill ist die
Fähigkeit komplexe personal-psychische, soziale und technische (Organisations-)systeme sowie deren
wechselseitige Einflüsse zu erkennen, zu verstehen und darauf abgestimmte Planungs- und Umsetzungsprozesse für
neue Vorhaben im System gestalten und/ oder begleiten zu können (Ehlers 2020 S. 83).
Für die Arbeit in Future Organisations ermöglicht Systemkompetenz Verständnis für die multipolaren
Abhängigkeiten von personal-psychischen, sozialen und technischen Systemen und ist damit eine Voraussetzung für
die Gestaltungsfähigkeit in und von Future Organisations.
Dabei sind future organisations nach Ehlers "Organisationen [...], die bereits explizite Erfahrungen bei der Implementierung von Kompetenzmodellen, Vorstellung über Future Skills und einen hohen Reifegrad bei der Gestaltung zukünftiger Arbeitskontexte [haben] (Ehlers 2020 S. 36)."

Quelle: OpenAI / DALL-E (2023): Systemkompetenz / Comicstil.
Noch einen Schritt zurück - was ist überhaupt ein System?
Ein System kann definiert werden als
eine Gruppe von interagierenden oder interdependenten, also wechselseitig abhängigen Elementen, die ein
zusammenhängendes Ganzes bilden. Jedes System wird durch seine Struktur, Funktion und seine Beziehungen zu
anderen Systemen gekennzeichnet. Systeme können physisch, sozial, biologisch, chemisch oder sogar abstrakt in
ihrer Natur sein.
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Die Systemtheorie ist ein interdisziplinäres Konzept, das zur Untersuchung von Systemen in verschiedenen Wissenschaftsbereichen verwendet wird. Sie betrachtet nicht nur die einzelnen Teile eines Systems, sondern vor allem, wie diese Teile miteinander interagieren. Die Theorie legt besonderen Wert auf die Beziehungen und Verbindungen zwischen den Systemelementen, wodurch ein umfassendes Verständnis des Gesamtsystems ermöglicht wird.
Hier findet ihr einige Beispiele für Systeme:
- Ökologische Systeme: Zum Beispiel ein Waldökosystem, das aus Flora, Fauna, Boden und klimatischen Bedingungen besteht.
- Soziale Systeme: Wie eine Familie oder eine Organisation, bestehend aus Individuen, die in verschiedenen Beziehungen zueinander stehen.
- Technische Systeme: Beispielsweise ein Computersystem, das aus Hardware, Software und Netzwerkverbindungen besteht.
Quellen und Literatur
Ehlers, U.-D. (2020). Future Skills. Springer Fachmedien. https://doi.org/10.1007/978-3-658-29297-3
Muster, J., Hermwille, A. & Kapitzky, J. (2023). Lehren von Luhmann: Angewandte Systemtheorie: Pragmatische Lösungsansätze für Organisationen. LEADERSHIP kompakt. ManagerSeminare. WorldCat-Link
Schroer, M. (2022). Soziologische Theorien. utb GmbH. https://doi.org/10.36198/9783838588063